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Grosser Bruder Microsoft Kinect?


Spielt Ihr alle schon schön brav mit Kinect? Ich muss zugeben, ich war auch kurz davor zuzuschlagen. Aber nach einem Wohnzimmerumbau mit gleichzeitigem „Rückbau“ der ganzen TV Geschichte, würde es im Moment eh keinen Sinn machen. Jetzt wo ich erfahren hab, was in den „Terms of Services“ steht, bin ich sogar froh keins zu haben. Microsoft hat das Recht Xbox Live User, die Kinect benutzen zu überwachen. Das bedeutet für Euch, Microsoft kann und wird in Euer Wohnzimmer schauen.

Microsofts EULA beinhalten in Sektion 9 und 12:

“Expressly authorize and consent to us accessing or disclosing information about you, including the content of your communications, in order to: (a) comply with the law or respond to lawful requests or legal process; (b) protect the rights or property of Microsoft, our partners, or our customers, including the enforcement of our agreements or policies governing your use of the Service; or (c) act on a good faith belief that such access or disclosure is necessary to protect the personal safety of Microsoft employees, customers, or the public.”

Noch viel lustiger ist diese Passage:

“You should not expect any level of privacy concerning your use of the live communication features (for example, voice chat, video and communications in live-hosted gameplay sessions) offered through the Service.”

Sie können natürlich nicht jedes einzelne Spiel und jeden einzelnen Spieler überwachen, behalten sich aber das Recht vor dieses “to the maximum extent permitted by law.” zu machen.

Ich sag jetzt nicht, kauf keine Kinects mehr, aber das ist schon ein starker Einschnitt in die Privatsphäre. Auch wenn Ihr nur theoretisch diesen Bedingungen zustimmt ohne sie jemals zu lesen, so tut Ihr es doch rechtsverbindlich, und schon alleine die Tatsache, daß es da drinsteht ist für mich schon eine Schritt zu weit.

Jeder der das Buch 1984 gelesen hat erlebt jetzt sicher ein Deja-vue. Ziemlich coole Taktik. Wenn du die Leute nicht zwingen kannst, sich ständig überwachen zu lassen, häng doch einfach ein Videospiel dran und die Leute installieren sich freiwillig Videokameras und Mikrofone im Wohnzimmer, die auch gleich praktischerweise mit dem Internet verbunden sind, clever, clever.