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Telekom Austria: „Wir besitzen die Infrastruktur. Wir bestimmen. Punkt.“

Als ich das heute morgen gelesen hab, ist mir fast das Frühstück wieder hochgekommen. Zuerst vor Lachen, dann vor Schreck und schließlich aus Angst. Was der Herr Ametsreiter da von sich gibt, ist ja von Ignoranz und Kurzsichtigkeit nicht mehr zu übertreffen. Den ganzen Artikel gibts auf derstandard.at.

 

 

 

 

Hier ein paar Auszüge:

Auf die Frage, ob es den Netzbetreibern möglich sein sollte eine „Deep Packet Inspection“ durchzuführen (um  herauszufinden, welche Inhalte übertragen werden und diese in Folge gezielt zu drosseln oder sperren), pocht Ametsreiter darauf, dass diese Entscheidung allein in der Macht der Anbieter liegen sollte, immerhin besitze man ja die Infrastruktur. „Wenn eine Fluglinie eine Boeing 777 kauft, schreibt ihm ja auch niemand vor, wer damit fliegen darf“

Guter Mann, ihr seid vielleicht die Fluglinie, bei der ich ein Ticket gekauft hab, und ja ich sitze in eurem Flugzeug. Also könnt ihr eurer Meinung nach bestimmen, warum ich flieg? „Lieber Charly, das ist unser Flieger, und heute dürfen Sie nicht nach New York in den Urlaub fliegen, sie müssen dort Arbeiten, und ja nix einkaufen. Und ach ja, essen tun sie gefälligst Pizza und ja kein Steak“. Nein, das ist ganz alleine meine Entscheidung.

 

Auch zu Skype und Internettelefonie im Gesamten gibt es deutliche Worte: „Wenn es jemanden gibt, der unsere Infrastruktur nutzt, um damit unsere Einnahmen aufzufressen, werden wir natürlich Maßnahmen dagegen ergreifen. Wenn wir das nicht machen würden, hätten wir nicht das Geld, um in die Infrastruktur zu investieren. Wenn sich Google Voice, Skype oder andere dazu entschließen unsere Einnahmen anzugreifen, würde das Probleme erzeugen“.

Häh? Ich (der Kunde) bezahle dafür, daß ihr mir Bits nach Hause liefert. Ihr stellt die Infrastruktur zur Verfügung, mehr nicht. Wollt ihr Bits aufgrund der Herkunft diskriminieren?

 

Später bringt es Ametsreiter dann noch einmal unmissverständlich auf den Punkt: „Wir besitzen die Infrastruktur. Wir sollten bestimmen wer sie nutzt. Punkt.“

Echt jetzt? Mir san Mir, punkt. Was für eine tolle Einstellung. Ich bin auch Ich, und Gott sei dank, kann ich mir mittlerweile ja den Provider aussuchen.

4 Kommentare zu „Telekom Austria: „Wir besitzen die Infrastruktur. Wir bestimmen. Punkt.“

  1. Irgendwann wird man nichts mehr machen dürfen im Netz oder einen Stundenplan für bestimmte Anwendungen zu haben, zB von 12h-14h darf man Skypen, von 14h-18h darf man sich auf Nachrichtenseiten aufhalten und ab 18h…ach keine Ahnung.

    Ich finde es nicht ok, dass die TKA eine Monopolstellung hat in Österreich, dies müsse schleunigst geändert werden.

  2. Vor allem, wenn man bedenkt, daß diese Infrastruktur ja noch zum Großteil aus dem Netz der staatlichen Post stammt, für die wir Steuerzahler bezahlt haben.

  3. Da habens ihn aber am falschen fuß erwischt 🙂
    I glaub nicht dass das so ernst durchzogen wird..hoff ich zumindest mal..aber er will ja ned bestimmen was du am zielort machst sondern was du während des fluges nicht darfst..ggg

  4. Ja, nicht alles was hinkt ist ein Vergleich. Aber die Flugzeuganalogie kam ja von ihm. Lange Rede kurzer Sinn, wir bezahlen für ein Service, und wir sollten das auch nutzen können, wie wir wollen. Schon alleine die Idee, dass es gute und böse Bits geben soll …..
    Ich erwarte (erhoffe) auch nicht, dass die das Durchziehen, aber alleine zu erkennen, welche Einstellung da dahinter steckt ist schon interessant. Hat denn keiner aus dem jahrelangen gekämpften und doch verlorenen Krieg der Plattenindustrie gegen seine User gelernt? Die Film- TV- Zeitungs- und auch Providerindustrie denken anscheinend, sie können die User so anpassen, wie sie sie gerne hätten.

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