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Wie Frauen ticken

Ich habe diesen sehr interessanten Artikel in der GQ gefunden, und dachte ich muss den mit euch teilen. Es werden zwar einige Klischees aufgezählt, aber amüsant zu lesen ist der Artikel allemal.

Liebe Frauen, ein offener Brief an die andere Hälfte der Menschheit. Manches muss einfach mal gesagt werden.

Bitte hört auf, Caprihosen zu tragen.

Und werft bitte eure neue Brille weg, die ihr in Berlin gekauft habt und die so groß ist wie ein Kleinbildfernseher. Schlimm genug, wenn wir Männer uns mit so was hässlich machen. Damit soll nichts gegen Brillen per se gesagt sein. Nur gibt’s ja auch schöne.

Wir bewundern euch, wenn ihr Schnaps trinken könnt, ohne zu husten.

Egal wie sehr ihr eine andere Frau hasst, sagt bitte trotzdem niemals „Diese dumme Fotze!“ –„Schlampe“ reicht vollkommen.

Fragt uns nicht nach unserer Meinung, wenn ihr euch sowieso schon entschieden habt, dass ihr heute Abend keine Lust auf hohe Schuhe habt. Es ist höchstwahrscheinlich nicht das allerletzte Mal in eurem Leben, dass ihr in einem Restaurant essen werdet: Also entscheidet euch bitte, was ihr essen wollt, bevor der Kellner sich einen Stuhl und was zu lesen holt.

Steht einfach wortlos auf und geht

Es gibt außerdem wenig, was einem so den Appetit verdirbt wie eine Frau, die jedes zweite Nahrungsmittel auf der Welt verweigert. Von den meisteingebildeten Allergien und Laktose-Unverträglichkeiten mal abgesehen: „Das fand ich schon als Kind eklig“, zeugt nicht von Geschmack, sondern von Borniertheit. „Wenn einem etwas nicht schmeckt, hat man es nur noch nicht oft genug gegessen“, sagt Jeffrey Steingarten. Und den solltet ihr kennen, er ist der Restaurantkritiker der amerikanischen „Vogue“.

Wir lieben es, euch Türen aufzuhalten, in Mäntel zu helfen oder auf uraltem Kopfsteinpflaster einen Arm zum Abstützen anzubieten. Vor allem lieben wir es, wenn wir merken, dass ihr es zu schätzen wisst.

Habt doch bitte einmal den Mut und steht einfach wortlos auf und geht, wenn in einer Bar ein Idiot mit zu großer Uhr hektisch auf euch einredet und dabei Worte fallen wie „in meiner Position“ oder „habe ich denen gleich gesagt“. Auch dann, wenn wir dieser Idiot sind. Halt, nein: gerade dann.

Ruft uns nicht an, wenn ihr Probleme mit eurem WLAN-Router habt

Wenn wir nicht ans Telefon gehen, ruft bitte nicht nach zwei Minuten mit unterdrückter Nummer an. Wir sind doch nicht bescheuert.

Zueinander passende Unterwäsche ist uns viel weniger wichtig, als ihr glaubt.

Ihr müsst nicht mit euren Brüsten hadern. Wir lieben sie. Wir können gar nicht anders.

Ruft uns nicht an, wenn ihr Probleme mit eurem WLAN-Router oder dem Druckertreiber habt. Wenn wir die Lösung wissen, fühlen wir uns wie der dicke Junge aus der Informatik-AG in der Schule. Wenn wir sie nicht wissen, fühlen wir uns nutzlos wie ein Blinddarm. Bei dem richtig komplizierten Kram steigen wir ja leider auch nicht mehr durch. Aber 2010 nicht zu wissen, wie man Lesezeichen anlegt, was Browser-Tabs sind, und wie man eine Datei umbenennt, ist nicht weiblich, sondern schlicht und einfach doof.

Hört auf, über euer Gewicht zu klagen

Zu sagen, etwas ist „gefühlte 100 Jahre her“ oder ein Buch habe „gefühlte 3 000 Seiten“, war mal für einen ganz kurzen Moment originell – und der ist schon mehr als zwei Fußballweltmeisterschaften her. Das Gleiche gilt übrigens für „Ruhig, Brauner!“, „War Krieg – wir hatten ja nix“ und „Schlaf wird doch auch überbewertet“.

Und leider auch für die kleinen Sterne, die ihr euch auf Hüfte oder Fußknöchel tätowieren lasst. Sagen wir es so: die Arschgeweihe der Nullerjahre.

Lasst euch nicht einreden, Frauen hätten keinen Humor. Wir haben noch nie so gelacht wie mit euch.

Bitte hört auf, über euer Gewicht zu klagen. In 98 Prozent der Fälle sind eure Sorgen unbegründet, bei den anderen zwei Prozent hilft ständiges Jammern auch nicht weiter. Weniger essen, mehr Ausdauersport, nicht drei riesige Caffè Latte täglich für einen Pseudo-Hollywood-Lifestyle. Im Grunde ist es ganz einfach.

Nein, was auf ProSieben läuft, sind keine Nachrichten. Auch wenn es so heißt.

Bitte tut uns – und euch selbst – einen Gefallen und schnüffelt nicht in unserem Browser-Verlauf. Vom SMS-Eingang unseres Handys ganz zu schweigen. Warum nicht? Einfach mal „Büchse+Pandora“ googeln.

Ändert nicht eure Vornamen

Wir lieben euch dafür, dass ihr Obdachlosen Geld gebt oder Fremden, die Hilfe brauchen, welche anbietet. Weil wir uns dann zu Recht dafür schämen, dass wir einfach weitergegangen wären.

Nein, wir wollen euch nicht helfen, eure Scheune bei „FarmVille“ fertig zu bekommen.

Falls wir gerade in einer Beziehung mit euch stecken: Sagt uns nicht, wie viel die Männer verdient haben, mit denen ihr vorher zusammen wart. Wenn es wenig war, bekommen wir den Eindruck, ihr wolltet euch nur verbessern und liebt uns gar nicht so doll, wie wir uns einbilden. Und wenn es mehr war, merken wir uns die verdammte Zahl besser als das Ergebnis unseres Lieblingsvereins gegen den FC Bayern.

Was genau soll eigentlich dieses „Ich heiße nicht mehr Gudrun, der Name passt nicht zu mir. Bitte nennt mich ab jetzt Laura.“? Wir haben uns unsere bescheuerten Vornamen auch nicht ausgesucht, überlassen Änderungen aber Menschen, die sich untenrum operieren lassen. Und Prince.

Unser Instinkt lässt uns nach Lösungen suchen

Wir sind nicht zu stolz, um nach dem Weg zu fragen – wir haben nur eine extrem gute Menschenkenntnis und sehen den Leuten an, wenn sie selbst keinen Schimmer haben, wo es langgeht.

Wir hören euch gern zu, wenn ihr Sorgen und Probleme habt – aber unser Instinkt lässt uns dabei sofort nach Lösungen suchen. Wenn es keine gibt, kriegen wir schnell schlechte Laune. Falls ihr also einfach nur über den nervigen Chef, die nervige Verwandtschaft, die nervige Verkäuferin oder die nervigen Nachbarskinder jammern, aber im Grunde gar nichts ändern wollt – dann verabredet euch lieber mit eurer besten Freundin.

Wo wir schon mal bei der sind: Bitte fangt nicht in dem Moment an, eure Freundinnen zu vernachlässigen, in dem das mit uns eine ernste Beziehung wird. Erstens stehen die Chancen gut, dass ihr das auch von uns erwartet – und sauer seid, wenn wir euch enttäuschen. Und zweitens gibt es keinen narrensichereren Weg ins Beziehungsunglück, als wenn einer von beiden außer dem Partner niemanden mehr zum Reden hat. Von Dingen wie „Sex and the City 2“ oder dem Almodóvar-Triple-Feature gar nicht zu reden.

Ihr müsst nicht in der Küche stehen

Erkennt bitte an, dass es kaum einen größeren Liebesbeweis gibt, als mit euch drei Stunden über einen leer gesuchten Flohmarkt zu streifen. Und fordert diesen Liebesbeweis nur in wohlüberlegter Dosierung ein.

Wir lieben euren Geruch. Umso mehr, je weniger Parfüm ihr tragt.

Ihr müsst nicht für uns in der Küche stehen. Aber der Satz „Ich kann nicht kochen“, verrät vor allem, dass sich jemand nicht für Essen interessiert, also für das, was wir täglich in unseren Körper hineintun. Und das ist fast immer ein schlechtes Zeichen – und hat mit Emanzipation rein gar nichts zu tun.

Von den Menschen, über deren Liebesleben, Leidenschaften und Pickeln am Hintern ihr euch in sogenannten People-Magazinen informiert, kennen wir zwei Drittel überhaupt nicht. Und sind auch wirklich extrem daran interessiert, dass das so bleibt.

Auch wenn es euch nicht gefällt: Die mantragleich wiederholte Behauptung, Frauen würden für dieselbe Arbeit ein Viertel weniger Lohn bekommen als Männer, stimmt so nicht. Frauen verdienen ein Viertel weniger als ihre gleich alten männlichen Kollegen – was aber zumindest vor allem daran liegt, dass sie weniger lang arbeiten, weniger hohe Positionen und Verantwortung tragen und unter anderem wegen Babypausen weniger Jahre an Berufserfahrung aufweisen. Wir sagen nicht, dass das ein gerechter Idealzustand ist – aber es ist nicht dasselbe wie „ein Drittel weniger Geld für exakt den gleichen Job“.

Wir wollen nicht ständig überzeugen müssen

Wir sagen euch gern, wie wundervoll, schön und klug wir euch finden. Aber wir wollen euch nicht ständig und wirklich davon überzeugen müssen.

Falls wir schon Kinder haben sollten: Bitte sprecht uns nicht im Supermarkt an und sagt uns, „was für ein toller Vater“ wir seien, nur weil wir das kleine Geschöpf einmal einigermaßen unfallfrei durch den Laden gekriegt haben. Die Mutter des Kindes macht das andauernd – und den richtig unangenehmen Kram noch obendrein – und wird von euch dafür nicht mit Lob bedacht. Sondern allenfalls mit Kopfschütteln, wenn sie mal einen Sekundenbruchteil nicht aufpasst und das Kindergesicht im Dreck liegt.

Danke, dass ihr uns für die Schönheit der Welt die Augen öffnet. Das hätten wir allein nicht hinbekommen.

Vermutlich wisst ihr selbst nicht so genau, was ihr an uns am besten findet. Doch selbst wenn ihr es wisst: Verratet uns nur genug, um uns Kraft zu geben für schwierige Stunden – aber nicht alles. Denn sonst würden wir uns nur noch selbst imitieren.

Vergesst aber vor allem nicht, eure Caprihosen wegzuschmeißen